Diese Version des Prüfschritts ist nicht mehr gültig!
| Version | bis 30.03.2005 | Aktuell |
|---|---|
| BITV-Bedingung | 14.1 |
| Bewertungsalternativen | ja / eher erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar |
| Gewichtung | geringes Gewicht (1 Punkt) |
| Abwertung | keine Abwertung möglich |
| Bezieht sich auf | einzelne Webseite |
| Prüfschritt erfüllt | Die verwendeten Wörter sind allgemein gebräuchlich und kurz. |
| Prüfschritt nicht anwendbar | Wörter sind nicht vorhanden. |
Allgemein gebräuchliche, einfache, kurze Wörter sollen verwendet werden.
Die Verwendung einfacher Wörter ist für alle Nutzer vorteilhaft, insbesondere aber für lernbehinderte Nutzer oder für Nutzer, die nicht gut lesen können. Auch fremdsprachige Nutzer (Nutzer, deren Muttersprache nicht die Sprache des Webauftritts ist) profitieren von einfacher Sprache.
Zwei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Webauftritt im Rahmen des Kurztests uneingeschränkt auf einfache Sprache geprüft werden kann:
Beispiele für Webauftritte, die allgemein ausgerichtet sind:
Beispiele für Webauftritte, die nicht allgemein ausgerichtet sind:
Auch Webauftritte, die nicht allgemein ausgerichtet sind, sollten in Teilbereichen einfache Sprache verwenden. Zumindest sollte die Startseite in allgemein verständlicher Weise sagen, welches Angebot der Webauftritt bereitstellt. Bei Webauftritten, die nicht allgemein ausgerichtet sind, beschränkt sich die Prüfung daher auf die Startseite. Der Prüfschritt ist dann auf weitere Seiten nicht anwendbar.
Der Prüfschritt ist erfüllt, wenn die anwendbaren Punkte der Liste im Durchschnitt mit kleiner 2 bewertet sind.
Der Prüfschritt ist teilweise erfüllt, wenn die anwendbaren Punkte der Liste im Durchschnitt mit kleiner 4 bewertet sind.
Formulierung BITV:
Für jegliche Inhalte ist die klarste und einfachste Sprache zu verwenden, die angemessen ist.
Deutsche Übersetzung der WCAG:
Verwenden Sie für den Inhalt einer Site die klarste und einfachste Sprache, die angemessen ist.
31.03.2005 - Beschreibung und Begründung der Änderungen siehe
Überarbeitung von Prüfschritten im Jahr 2005
Die WCAG sprechen von angemessener
Sprache: Woran wird gemessen?
Der Prüfpunkt bezieht sich auf den Zweck oder das Ziel des Inhaltes
(purpose of the content). Das kann so verstanden werden, dass der
Inhalt, der vermittelt werden soll, so einfach wie möglich
dargestellt werden soll.
(... as clearly and simple as the author feels appropriate (...) for the purpose of the content.)
Reviewer's note im draft WCAG 2.0:
This item is under discussion. There is consensus for the existence of the checkpoint but not for the form of the success criteria. We do not therefore have something for the draft at this time. There is a list below of items that are being explored for inclusion either as success criteria or as Advisory Recommendations. We are also compiling a longer list (approx 50 items) of different ideas that relate to this checkpoint.
This checkpoint is very difficult and the group is wrestling with a number of problems. Among them:
Comments, suggestions and contributions to the discussion and work on this topic are also solicited. Refer to the issues list for more information.
Die vorläufige Liste der Checkpunkte für WCAG 2.0:
Core Techs WCAG 1.0
http://www.w3.org/TR/WCAG10-CORE-TECHS
Bobby Rationale:
Using clear and simple language promotes effective communication. Access to written information can be difficult to impossible for people who have cognitive disabilities, learning disabilities, or who are deaf or hard of hearing. This consideration also applies to the many people whose first language differs from that of the web page.
http://bobby.watchfire.com/bobby/html/en/gls/g216.html
Europäische Richtlinien für leichte Lesbarkeit:
http://www.inclusion-europe.org/documents/SAD66EETRDE.pdf
Anleitung zur Erstellung von Webauftritten, die für Lernbehinderte zugänglich sind (nicht beschränkt auf leichte Lesbarkeit):
http://www.learningdisabilities.org.uk/html/content/webdesign.cfm
Hamburger Modell der Textverständlichkeit:
http://www.linse.uni-essen.de/esel/verstaendlichkeit/Praxis2.htm
Checkliste Übersetzbarkeit: http://www.doku.net/artikel/checkliste.htm
Verfahren
Komplexität von Sätzen:
http://www.fu-berlin.de/akip/improvedreading/evaluabericht/Kapitel4.pdf
Anleitung http://www.zopfi.ch/Jo/JoKaf.html
Checkliste Gebrauchsanweisungen http://www.itl.de/media/pdf/pq_checkliste.pdf
Programm computerunterstützte Textanalyse http://www.uni-koeln.de/ew-fak/cut/fr3_cut.html
http://www.gesis.org/Methodenberatung/Textanalyse/Informationsquellen/talink.htm
http://developer.gnome.org/documents/style-guide/usability-readability.html
Mindestens 2000 Wörter einer Sprache muss ein Leser allerdings schon
kennen, um einen Alltagstext zu etwa 90 Prozent zu verstehen. (...)
Kinder verstehen im Alter von sechs Jahren bereits über 23.000 Wörter.
(...)
Erwachsene verstehen aus dem deutschen Wortfluss im Durchschnitt ungefähr
94.000 Wörter. Der passive Wortschatz ist also mehr als fünfmal so groß wie der aktive. Aber auch der deckt lediglich die Hälfte unseres Sprachbestandes ab, dem über 200.000 Ausdrücke zugerechnet werden.
http://schulen.eduhi.at/spzfreistadt/297.htm
Ein normaler deutscher Text besteht zu 95 Prozent aus den 4.000 haeufigsten Woertern. "Der Rest wird kaum gebraucht." Schon mit den 2.000 haeufigsten Woertern sind 90 Prozent eines normalen Textes zu verstehen. Die meistgenutzten Begriffe des deutschen Wortschatzes seien "die", "und", "in", "zu" und "den". Substantive machen die Haelfte des Wortschatzes aus, Verben und Adjektive sowie Adverbien jeweils ein Viertel. "Die anderen Wortarten fallen kaum ins Gewicht", sagt Walther. An dieser Tatsache hat sich seit Jahrzehnten so gut wie
nichts geaendert.
http://www.goethe.de/ms/bud/sfort/hud_arch/hud_2599.htm
Denn von Geburt an gehörlose Kinder erreichen bei intensivsten Bemühungen einen passiven Ablesewortschatz von 500 und einen aktiven, verständlichen Sprechwortschatz von 150 bis 250 Wörtern. Im Vergleich dazu: Der passive Wortschatz von hörenden Schulanfängern liegt bei 20 000 Wörtern.
(Das große Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm umfasst 500.000
Worteinträge.) Hier werden Obergrenzen erreicht: Der zentrale heute gebräuchliche Wortschatz wird auf 60.000 bis 75.000 Wörter geschätzt - womit der passive Wortschatz gemeint ist.
Der aktive Wortschatz eines "Gebildeten" wird mit ca. 10.000, aber auch mit 20.000 bis 50.000 Wörtern angegeben. Dieses Segment ist auch am schwersten zu bestimmen. Der Grundwortschatz, der noch eine einigermaßen sinnvolle Kommunikation erlaubt, soll bei ca. 1.000 Wörtern liegen.
http://www.gfds.de/beratung_archiv.html
Papier zu Terminologischer Konsistenz (Institut der Gesellschaft zur Förderung der Angewandten Informationsforschung e.V. an der Universität des Saarlandes):
http://www.iai.uni-sb.de/docs/pres_001115_iai.pdf
Wording - Welche Begriffe kennt der Besucher?
http://www.usability-forum.com/newsletter/archiv.shtml
Beispiele für einfache Wörter http://www.metacolor.de/marketing_text.htm
Passiver Wortschatz Definition: http://de.wikipedia.org/wiki/Wortschatz
Umfang des passiven Wortschatzes: http://www.agv-leverkusen.de/info1.htm
Wenn es um Information oder um die Vermittlung von Wissen geht, trifft dies sicher zu. Bei Webauftritten, die sich an ein spezielles Publikum richten, werden aber Dinge als bekannt und verstanden vorausgesetzt. Das ist auch sinnvoll.
(30.12.2003)
Die Sitemap ist eine Art Inhaltsverzeichnis oder Seitenübersicht für einen Webauftritt. Sie könnte also auch mit einem deutschen Wort bezeichnet werden. Die Verbreitung von englischen Wörtern wird vielfach überschätzt. Benutzer, die nicht vom Fach sind, wissen vielleicht, was "Email" ist. Sie können aber mit "Sitemap", "Community" oder ähnlichen im Internet gebräuchlichen Wörtern in der Regel nichts anfangen.
Die Kehrseite ist, dass die englischen Wörter üblich und verbreitet sind. Erfahrenen Internetbenutzern sind sie vertraut. Diese Benutzer verbinden mit einer Menuoption "Inhaltsverzeichnis" oder "Gemeinschaft" erst mal nichts.
Es ist also schwer zu entscheiden, welche Bezeichnung besser zu verstehen ist. Eine mögliche Lösung: den Begriff "Sitemap" verwenden, im Title-Attribut den Begriff erläutern, zum Beispiel mit "Sitemap (Inhaltsverzeichnis) des Webauftritts".
Im Rahmen des Kurztests wird weder die Verwendung von im Internet gebräuchlichen Fremdwörtern noch die Verwendung von Eindeutschungen dieser Fremdwärter negativ bewertet. Es gilt:
(30.12.2003)