| Version | bis 08.02.2006 | Aktuell |
|---|---|
| BITV-Bedingung | 1.1 |
| Bewertungsalternativen | ja / eher erfüllt / eher nicht erfüllt / nein / nicht anwendbar |
| Gewichtung | hohes Gewicht (3 Punkte) |
| Abwertung | auf "schlecht zugänglich" |
| Bezieht sich auf | einzelne Webseite |
| Prüfschritt erfüllt | Informative Grafiken und Bilder, Objekte sowie Audio-Elemente haben sinnvolle Textalternativen. |
| Prüfschritt nicht anwendbar | Informative Grafiken, Bilder, Objekte oder Audio-Elemente sind nicht vorhanden. |
Informative Grafiken und Bilder müssen mit Alternativtexten versehen werden. Die Alternativtexte ersetzen das Bild, sie sollen also (wenn möglich) dieselbe Aufgabe erfüllen wie das Bild. Das gleiche gilt für eingebundene Multimedia-Objekte und Audio-Elemente.
Thema dieses Prüfschritts sind auch Textlinks, die per CSS durch Hintergrundbilder ersetzt werden.
Für blinde Benutzer oder für Benutzer von einfachen Textbrowsern sind Grafiken und Bilder nicht zugänglich. Der Alternativtext (oder der per CSS durch ein Hintergrundbild ersetzte Text) tritt dann an die Stelle des Bildes, er soll es ersetzen.
Für gehörlose und schwerhörige Menschen sind rein akustische Informationen nicht oder nur eingeschränkt zugänglich.
Der Prüfschritt ist anwendbar, wenn informative Grafiken, Bilder oder Multimedia-Objekte vorhanden sind. Als informative Grafiken gelten
Dekorative Grafiken und Bilder sind Grenzfälle. Sie stellen (im Unterschied zu Layoutgrafiken) etwas dar, der dargestellte Gegenstand hat auch meist einen Bezug zum Thema der Seite. Ihr Informationsgehalt und ihr Nutzen für das Verständnis der Seite ist aber nicht klar. Dekorative Grafiken können daher mit leerem alt-Attribut versehen werden, der Prüfschritt ist dann nicht anwendbar. Anders, wenn Alternativtexte vorhanden sind. Dann ist der Prüfschritt anwendbar, er ist zum Beispiel nicht erfüllt, wenn im Alt-Attribut von dekorativen Grafiken Bilddateinamen eingetragen sind.
Darüber hinaus ist der Prüfschritt anwendbar, wenn informative Audio-Elemente vorhanden sind.
alt-Attribut vorhanden ist und der dort hinterlegte Alternativtext das Bild in angemessener Weise ersetzt (siehe 2.4).Prüfen, ob die Seite Objekte enthält. Dazu kann folgende Methode genutzt werden: In der AIS Web Accessibility Toolbar CSS > Disable CSS wählen und unter IE Options die Option Toggle Image deaktivieren. Werden jetzt noch Elemente angezeigt, bei denen es sich offensichtlich nicht um einfachen Text handelt?
Achtung: Nicht geeignet ist die Funktion Doc Info > Identify Multimedia Files, die eigentlich alle eingebundenen Objekte identifizieren soll - denn mit JavaScript eingebundene Objekte werden leider nicht gefunden.
Falls die Seite Objekte enthält: Die Seite in Opera nacheinander mit folgenden Einstellungen laden und jeweils prüfen, ob eine Alternative angezeigt wird, die das Objekt in angemessener Weise ersetzt (siehe 2.4).
unter Extras > Schnelleinstellungen die Anzeige von Plug-Ins deaktivieren (JavaScript soll aktiviert bleiben).
unter Extras > Schnelleinstellungen die Anzeige von Plug-Ins und das Ausführen von JavaScript deaktivieren.
Falls es sich bei der Alternative für das Objekt um ein img-Element handelt: Im Menü die Option Ansicht > Bilder > Keine Bilder anzeigen wählen und den Alternativtext wie unter 2.4 beschrieben prüfen.
(entspricht dem Abschnitt 2.3 des Verfahrens von Prüfschritt 1.1.1)
Hintergrundgrafiken haben kein alt-Attribut, auf diese Weise
kann also keine Textalternative hinterlegt werden.
Falls eine Hintergrundgrafik aber einen im HTML-Dokument tatsächlich vorhandenen Text, zum Beispiel eine Überschrift ersetzt (CSS-Bildersetzungsverfahren), dann gilt dieser Text als Textalternative für die Hintergrundgrafik. Voraussetzung ist allerdings, dass ein geeignetes Verfahren verwendet wurde (nicht "display: none").
alt-Attribut zu werten.display: none" verwendet wird, ist dies wie ein fehlendes alt-Attribut zu werten.Entscheidend ist: Die Seite soll benutzbar sein, wenn Grafiken oder Bilder durch die entsprechenden Alternativtexte oder andere geeignete Textalternativen ersetzt sind.
In der Regel bedeutet das:
Generell gilt: Alternativtexte sollen kurz sein. Ausführliche Beschreibungen von Abbildungen sollen nicht im Alternativtext, sondern im Kontext der Abbildung zur Verfügung gestellt werden (siehe 2.5).
Wenn der Alternativtext kein angemessener Ersatz für die Grafik oder das Bild sein kann, muss geprüft werden, ob die über das Bild vermittelte Information im Kontext als Text zur Verfügung steht.
Das betrifft zum Beispiel
Zum Kontext einer Grafik oder eines Bildes gehört:
longdesc oder D-Link) verfügbarer Text.Formulierung der entsprechenden BITV-Bedingung und deutsche Übersetzung der WCAG: siehe Prüfschritt 1.1.1
Einfache Animationen oder Videos ohne synchronisierungsbedürftige Tonspur sind in diesen Prüfschritt eingeschlossen, sie werden wie Bilder behandelt.
alt-Attribute für Layoutgrafiken: siehe 1.1.3alt-Attributen: siehe 1.1.3Um von Nutzen zu sein, muss der Text dieselbe Funktion bzw. denselben Zweck erfüllen wie das Bild. Nehmen Sie zum Beispiel ein Foto der Erde, aufgenommen aus dem Weltraum. Wenn der Zweck des Bildes vorrangig in der Ausschmückung besteht, mag der Text "Foto der Erde vom Weltraum aus gesehen" die benötigte Funktion erfüllen. Wenn der Zweck des Fotos darin besteht, bestimmte Informationen über Geographie zu illustrieren, sollte das Text-Äquivalent diese Information enthalten. Wenn das Foto dem Benutzer sagen soll, dass er das Bild auswählen soll, um Informationen über die Erde zu erhalten (etwa indem er es anklickt), wäre der äquivalente Text "Informationen über die Erde". D. h. wenn der Text für einen Benutzer mit einer Behinderung dieselbe Funktion oder denselben Zweck erfüllt wie das Bild für andere Benutzer, kann er als Text-Äquivalent angesehen werden.
Quelle: http://www.w3.org/Consortium/Offices/Germany/Trans/WAI/webinhalt.html
For simple content, a text equivalent may need only describe the function or purpose of content. For complex content (charts, graphs, etc.), the text equivalent may be longer and include descriptive information.
Quelle: http://www.w3.org/TR/WCAG10-CORE-TECHS
Content developers should avoid list styles where bullets provide additional (visual) information. However, if this is done, be sure to provide a text
equivalent describing meaning of the bullet
Quelle: http://www.w3.org/TR/WCAG10-HTML-TECHS
Anleitung zur Erstellung von Alternativtexten für Diagramme, Charts usw. (Excerpts from the NBA Tape Recording Manual, Third Edition): http://www.w3.org/2000/08/nba-manual/Overview.html
Das Title-Attribut hat eine andere Aufgabe, es soll nicht für das Bild stehen, sondern ergänzende Informationen zum Bild liefern. Zum Beispiel kann es verwendet werden, um die Quelle eines Bildes anzugeben. Die Verwendung des Title-Attributs von Bildern ist leider nicht einheitlich geregelt.
Auf manchen Webauftritten wird der Inhalt des Alt-Attributs durchgängig zusätzlich im Titel-Attribut abgelegt. Das ist keine gute Lösung, denn es führt dazu, daß blinde Nutzer die Ausgabe des Title-Attributs abschalten, um das Vorlesen überflüssiger Informationen zu vermeiden.
Auf keinen Fall kann das Title-Attribut als Ersatz für die Bereitstellung des Alternativtextes im Alt-Attribut akzeptiert werden.
Für längere Erläuterungen ist das Title-Attribut nicht vorgesehen und auch nicht gut geeignet. Es enthält nur einfachen Fließtext, Änderungen der Schriftgröße haben bei den meisten Browsern keine Auswirkungen auf die Darstellung des Title-Attributs.
Im BITV-Test wird der Inhalt des Title-Attributs genauso, wie über D-Links abrufbare Informationen als im Kontext verfügbare Information betrachtet.
(14.08.2006)
Nein, entscheidend ist die Funktion der Abbildung. Wenn es sich um eine Schriftgrafik handelt, dann ist die Sache meistens klar, die Abbildung ist für die Anzeige des Textes da.
Anders, wenn ein Motiv mit Text abgebildet ist. Dann muss (wie bei allen Bildern) überlegt werden, was die Leistung des Bildes ist, ob der abgebildete Text wesentlich ist. Nur dann muss der Text im Alternativtext beachtet werden.
(26.06.2006)
Nein, ein kurzer Alternativ-Text mit Bezeichnung des Bildes ist auch in diesem Falle erforderlich. Der Alternativtext sagt, daß an dieser Stelle etwas bestimmtes abgebildet ist, er macht klar, worauf sich die Erläuterung im Kontext bezieht.
(26.06.2006)
Es gibt in HTML leider keine Auszeichnung für Bildunterschriften. Auch wenn die Bildunterschrift aussagekräftig ist und der Alternativtext eigentlich nichts weiteres über das Bild sagen müsste, bleibt daher ein Problem: das Bild mit leerem alt-Attribut wird vom Screenreader übergangen, der Benutzer bemerkt gar nicht, dass da ein Bild ist. Die auf das Bild folgende Bildüberschrift erscheint wie ein gewöhnlicher Textabschnitt, sie ist entsprechend unverständlich.
Der Zusammenhang von Bild und Bildunterschrift muss also klar sein. Das ist der Fall, wenn die Bildunterschrift im Text eindeutig als solche gekennzeichnet ist, am Anfang der Bildunterschrift zum Beispiel "Bild:..." steht.
(09.02.2006)
Auch für einen blinden Besucher kann das Aussehen des Logos interessant sein. Er unterhält sich ja mit Sehenden, weiß dann, wovon die Rede ist. Allerdings sollte der Alternativtext kurz sein, der Besucher möchte nicht immer wieder diese Beschreibung hören, wenn er die Seite besucht. Sie könnte also in einer separaten, ausführlicheren Beschreibung bereitgestellt werden.
Im BITV-Test wird eine solche ausführliche Beschreibung des Firmenlogos allerdings nicht gefordert.
(28.09.2005)
Die Explosionszeichnung zeigt die Lage verschiedener Teile im Motor. Alternative Vermittlungsformen sind denkbar und möglich. Zum Beispiel könnte die Lage der Teile an einem tastbaren Modell gezeigt werden. Klar ist aber, dass bei einigermaßen komplexen Gebilden die Textform nicht geeignet ist. Die Frage ist daher, was im Alternativtext sinnvoll herübergebracht werden kann. Auf jeden Fall kann der Alternativtext darüber informieren, dass eine Explosionszeichnung des Motors dargestellt wird. Der blinde Benutzer weiß dann zumindest, welche Informationen ihm nicht zugänglich sind. Darüber hinaus kann es sein, dass nur ein bestimmtes Detail der gesamten Zeichnung relevant ist. Das geht aus dem Kontext hervor. Das betreffende Detail kann dann in Textform erläutert werden.
Für die Bewertung im BITV-Test gilt: wenn der Prüfer selbst nicht sagen kann, ob oder wie der Informationsgehalt des Bildes in Textform vermittelt werden könnte, muss die Bezeichnung des dargestellten Gegenstandes im Alternativtext als hinreichend bewertet werden.
(28.09.2005)
Nein, das ist nicht erforderlich. Denn Screenreader stellen anhand des Markups fest, auf was für ein Element sich der Alternativtext bezieht. Manche automatische Testtools geben daher auch Fehlermeldungen aus, wenn am Anfang des Alternativtextes das Wort "Bild" steht.
Im BITV-Test wird ein entsprechender Vorsatz im Alternativtext jedoch nicht negativ bewertet, er ist für die Bewertung nicht relevant.
(28.09.2005)
Das "D" in D-Links steht für "Description" oder Beschreibung. D-Links sind Verweise auf separate Seiten mit längeren Erläuterungen zu Abbildungen. Sie sind nützlich, weil nicht alle Browser und Screenreader das Longdesk-Attribut verarbeiten können.
Im BITV-Test wird der D-Link als Ersatz für das Longdesk-Attribut akzeptiert. Denn er kann (genau wie die Bereitstellung der Informationen im Kontext der Abbildung) die Verwendung des Longdesk-Attributs überflüssig machen. Die zusätzliche Bereitstellung von D-Links wird jedoch nicht gefordert.
(07.06.2004)
Der Alternativtext für Landkarten kann kein Äquivalent sein, eine Beschreibung in Textform kann die Karte nicht ersetzen. Nicht-visuelle Äquivalente könnten Routenbeschreibungen sein, wie sie häufig von Reiseplanern angeboten werden. Das geht aber über die Möglichkeiten des Alternativtextes hinaus. Der Alternativtext für Karten muss sich also darauf beschränken, anzugeben, welches Gebiet auf der Karte dargestellt ist.
(07.01.2004)
Das ist in vielen Fällen sinnvoll und eine gute Alternative zur Nutzung des Longdesc-Attributs. Wichtig ist, dass die Beschreibung dem Bild eindeutig zugeordnet werden kann. Dafür kann (und soll) dann der Alternativtext des Bildes genutzt werden. Er enthält eine kurze Bezeichnung des abgebildeten, im Kontext beschriebenen Gegenstandes.
(07.01.2004)
Für Listen sollte das in HTML vorgesehene Markup verwendet werden. Alternativtexte sind dann überflüssig.
Wenn das vorgesehene Markup für Listen nicht verwendet worden ist, sind die Listenpunkt-Grafiken allerdings informativ, sie machen den Text ja erst zur Liste. Die Grafiken müssen dann mit entsprechenden Alternativtexten versehen werden.
(07.01.2004)