| Version | bis 30.03.2005 | bis 08.02.2006 | Aktuell |
|---|---|
| BITV-Bedingung | 4.1 |
| Bewertungsalternativen | ja / eher erfüllt / eher nicht erfüllt / nein |
| Gewichtung | geringes Gewicht (1 Punkt) |
| Abwertung | keine Abwertung möglich |
| Bezieht sich auf | einzelne Webseite |
| Prüfschritt erfüllt | Anderssprachige Wörter sind nicht vorhanden oder mit dem lang-Attribut ausgezeichnet. |
Wenn innerhalb einer Seite einzelne Wörter oder kurze Wortfolgen in einer anderen Sprache vorkommen, müssen diese mithilfe des lang-Attributs ausgezeichnet werden.
Screenreader verwenden Wortlisten, in denen die Aussprache der Wörter festgelegt ist. Sie müssen wissen, zu welcher Sprache ein Wort gehört, damit sie die richtige Wortliste verwenden und es korrekt aussprechen können.
Der Prüfschritt ist immer anwendbar.
Keinen praktischen Nutzen hat die Auszeichnung von Wörtern, die ohne Auszeichnung üblicherweise nicht anders ausgesprochen werden. Sie müssen nicht ausgezeichnet werden.
Beispiele für solche Wörter: Web, Link, Top, Enter, Helpdesk.
Ebenfalls nicht ausgezeichnet werden sollten "gemischte" Wörter.
Beispiele für solche Wörter: Webauftritt, Checkpunkt.
Einzelne fremdsprachige Wörter müssen ausgezeichnet werden, wenn sie keinen Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden haben. Wörter, die im "Deutschen Universalwörterbuch" des Duden-Verlags aufgenommen sind, müssen nicht ausgezeichnet werden.
Maßgeblich ist die Online-Duden-Suche unter http://www.duden-suche.de.
Wichtig: Auf der Suchergebnisseite muss auf die Quelle geachtet werden, weil dort auch Wörter gelistet werden, die nicht im "Deutschen Universalwörterbuch", sondern in anderen Duden-Büchern stehen (zum Beispiel im Fremdwörterbuch).
Die Wortlisten von Screenreadern sollten auch geläufige Fremdwörter enthalten. Dies ist jedoch nicht durchgängig der Fall, auch geläufige Fremdwörter werden ohne Auszeichnung falsch ausgesprochen. Daher macht ihre Auszeichnung Sinn, auch wenn sie nicht gefordert wird.
Beispiele für geläufige Fremdwörter, die ausgezeichnet werden können:
Copyright, Website, Site, Homepage.
Wechsel und Änderungen der vorherrschend verwendeten natürlichen Sprache sind kenntlich zu machen.
http://www.bik-online.info/info/gesetze/bitv/anlage_1.php#4-1
Machen Sie in klarer Weise Änderungen der natürlichen Sprache des Dokumententexts und sämtlicher Text-Äquivalente kenntlich. Verwenden Sie zum Beispiel in HTML das
lang-Attribut. Verwenden Sie in XMLxml:lang.
http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html#tech-identify-changes
Anstelle des "Großen Wörterbuchs der Deutschen Sprache" soll das "Deutsche Universalwörterbuch" als Referenz verwendet werden.
Der maßgebliche Link ist nicht mehr
http://www.duden.de/index_duden_suche.php,
sondern
http://www.duden-suche.de.
Warum müssen im Duden aufgenommene Fremdwörter nicht ausgezeichnet werden?
Wenn Entwickler von Inhalten die Änderungen der natürlichen Sprache in einem Dokument kennzeichnen, können Sprachgeneratoren und Blindenschrift-Geräte automatisch zur neuen Sprache wechseln, wodurch das Dokument zugänglicher für mehrsprachige Benutzer wird.
Quelle: http://www.w3.org/Consortium/Offices/Germany/Trans/WAI/webinhalt.html
Identifying changes in language are important for a number of
reasons:
-
Users who are reading the document in braille will be able to
substitute the appropriate control codes (markup) where
language changes occur to ensure that the braille translation
software will generate the correct characters (accented
characters, for instance). These control codes also prevent
braille contractions from being generated, which could
further confuse the user. Braille contractions combine
commonly used groups of characters that usually appear in
multiple cells into a single cell. For example, "ing" which
usually takes up three cells (one for each character) can be
contracted into a single cell.
-
Similarly, speech synthesizers that "speak" multiple
languages will be able to generate the text in the
appropriate accent with proper pronunciation. If changes are
not marked, the synthesizer will try its best to speak the
words in the primary language it works in. Thus, the French
word for car, "voiture" would be pronounced "voter" by a
speech synthesizer that uses English as its primary language.
-
Users who are unable to translate between languages
themselves, will be able to have unfamiliar languages
translated by machine translators.
Quelle: http://www.w3.org/TR/WCAG10-HTML-TECHS
Die Sprachauszeichnung legt die Aussprache fest. Die Frage ist also: wie soll der Name ausgesprochen werden? Soll er "deutsch" ausgesprochen werden, soll die Buchstabenfolge also entsprechend den deutschen Ausspracheregeln interpretiert werden? Oder soll der Name so ausgesprochen werden, wie im jeweiligen Herkunftsland?
Beispiel "Paris": die Auszeichnung als französisches Wort würde dazu führen, dass das Wort nicht so ausgesprochen wird, wie es bei uns üblich ist. Sie wäre also in den meisten Fällen nicht nur überflüssig, sondern falsch.
Beispiel "Firefox": wie bei vielen englischen Namen ist es in diesem Fall üblich, die Aussprache des Herkunftslandes zu übernehmen. Die Auszeichnung als englisches Wort ist also richtig.
(06.09.2007)
Sprachausgabesysteme nutzen für die korrekte Aussprache interne Wörterbücher. Eine Voreinstellung der Sprachausgabe oder die Webseite legt fest, welche Sprache oder welches Wörterbuch normalerweise verwendet werden soll. Dieses Wörterbuch der Sprachausgabe sollte dann alle im Gebiet dieser Sprache gebräuchlichen Wörter, also auch verbreitete Fremdwörter abdecken.
Die Frage ist also: welche fremdsprachigen Wörter sind verbreitet, sollten von Screenreadern auch ohne Auszeichnung richtig ausgesprochen werden? Eine allgemein gültige Referenz gibt es nicht, die Aufnahme in den Duden ist ein guter Anhaltspunkt. Deswegen müssen nach dem BITV-Test im Duden aufgenommene Wörter nicht ausgezeichnet werden.
(07.06.2007)